1. Der Einfluss der Großhirndominanz auf Denk- und Aneignungsprozesse:

Der amerikanische Neurophysiologe Roger Sperry bekam für seine Entdeckung, daß die beiden Großhirnhälften unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen und in bestimmter Weise spezialisiert sind 1981 den Nobelpreis. Neben Hans Schachl, Barbara Meister Vitale und vielen anderen stellte neuerdings Daniel Goleman in seinem Beitrag zur Emotionalen Intelligenz umfassend Untersuchungen dar, welche den Einfluß von Dominanzen der Gehirnhälften auf Aneignungs- und Denkprozesse aufzeigen.

Ist die Stärke von eher "Linkshirnorientierten" das lineare Vorgehen, der Umgang mit Symbolen, (Buchstaben, Zahlzeichen, Rechenzeichen und Satzzeichen, sowie die Sprache) liegt die Stärke von eher "Rechtshirnorientierten" beim ganzheitlichen, intuitiven Erfassen von Sachverhalten und Beziehungen. Musisch - künstlerisches ist für diese Menschen eine positive Grundveranlagung, so wie es für die Erstgenannten das eher logische, aufbauende, sprach- und textbetonte Arbeiten ist.

2. Der Einfluß der "Eingangskanäle" auf die sinnorientierten Lern- und Denkarten:

Visuell, auditiv und kinästhetisch sind nach Frederic Vesterdie Grundmuster. Er faßt das olfaktorische (Riechen) das goustatorische (Schmecken), und das haptische Erfassen, gemeinsam mit der Gefühlsebene als kinästhetischen Eingangskanal zusammen. Es gibt also Menschen (Kinder und Erwachsene), die besser über das Sehen, andere über das Hören und wieder andere über das eigene Tun oder andere Sinneseindrücke wahrnehmen und die Wahrnehmungen auch schwerpunktmäßig so verarbeiten und abspeichern.

Nach den Darstellungen von Grinde oder Cleveland, haben diese Schwerpunkte einzelner Menschen auch direkten Einfluss auf ihren eigenen optimalen Lern- und Arbeitsstil.

Kinder / Menschen denken und handeln unterschiedlich und nutzen auch ihre vorhandenen Strukturen um zu lernen und zu arbeiten, sofern für sie die Möglichkeit dazu besteht. Beschrieben wurden Grundveranlagungen, die hier überwiegend in ihren Extremausprägungen dargestellt sind und die selbstverständlich nie in Reinformen sondern immer in allen möglichen Mischformen auftreten. Also müsssen Grundansätze von Links- oder Rechtshirnorientierung ebenso berücksichtigt werden, wie der Wunsch, zumindest zeitweise entsprechend seinem gewünschten Lerneingangskanal zu arbeiten. “

Quelle:

Roland Bauer, Cornelsen Scriptor, 1997
Schülergerechtes Arbeiten in der Sekundarstufe I: Lernen an Stationen
ca. 200 Seiten, DIN A5 mit Abb., Paperback
ISBN 3-589-21117-2
 

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